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Prebiotika & Probiotika

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Prebiotika (auch Präbiotika)

... sind unverdauliche Stoffe. Sie gehören zur großen Gruppe der Ballaststoffe.

Definition: "Durch körpereigene Enzyme nicht abbaubarer Nahrungsbestandteil, dessen Verzehr vorteilhaft ist, da er selektiv das Wachstum und/oder die Aktivität einer einzigen oder weniger Bakterienspezies im Kolon stimuliert" (Gibson und Roberfroid, 1995)

Prebiotika fördern das Wachstum bestimmter nützlicher Darmbakterien (z.B. als Nahrungsgrundlage für Darmbakterienarten wie Laktobazillen oder Bifidobakterien) und leisten damit einen positiven Beitrag zur Gesundheit.

Bekannte Vertreter unter den Prebiotika sind das Inulin, das z.B. aus Chicorée gewonnen wird und die Oligofruktose, ein Mehrfachzucker der gern Joghurts zugegeben wird, für Süße sorgt und ohne Zugabe weiterer Zucker doch die Bezeichnung "zuckerfrei" erlaubt.

Natürliche Prebiotika-Lieferanten sind vor allem Chicorée, Schwarzwurzeln und Topinambur.

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Probiotika

... der Name kommt von "pro bios", auf Deutsch: "für das Leben". Probiotika sind bestimmte Mikroorganismen, die in ausreichender Menge lebend in den Darm gelangen (die Magensäure also überleben) und sich hierbei positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken, indem sie u.a. zu einer stabilen Darmflora, einer gesunden Darmschleimhaut und einer Unterstützung des darmeigenen Immunsystems beitragen.

(Mittlerweile hat es sich im Sprachgebrauch eingeschlichen auch probiotische Lebensmittel, also Lebensmittel, die entsprechende Bakterien enthalten, als Probiotika zu bezeichnen.)

Genaue Definition: "Lebende mikrobielle Zusätze, welche das Wirtstier günstig über eine Verbesserung des mikrobiellen intestinalen Gleichgewichts beeinflussen" (Fuller, 1989) "Ein lebender mikrobieller Zusatz, der für die Gesundheit von Vorteil ist" (Salminen et al. 1998)

Sie tragen in effektiver Dosis zu einer stabilen Darmflora, gesunden Darmschleimhaut und einer Unterstützung des darmeigenen Immunsystems bei.

Spezies (Auswahl)
  • Bifidobakterien
    • sind wichtige Bestandteile einer gesunden Darmflora. Sie bewirken dort das erwünscht saure Niveau, dass schädliche Darmbakterien nicht mögen und hält diese so in Schach.
    • Sie sind auch Bestandteil einer gesunden Vaginalflora.
  • Escherichia coli (Mutaflor®)
    • (abgekürzt E. coli) wird oft zum Fäkalindikator degradiert, ist häufig der Erreger bakterieller Infektionen, gehört aber auch beim Gesunden als Bestandteil zur Darmflora (hauptsächlich im Colon). Ist einer der wichtigsten Leitkeime, um eine gesunde Darmflora zu etablieren. Eine unbegeißelte Form (z.B. E. coli Stamm Nissle 1917 (EcN), die "Wirksubstanz" von Mutaflor®) ist zu bevorzugen. Eine gesunde Darmflora stärkt das Immunsystem, das Schutzschild unseres Körpers.
    • Sonderfall Neugeborenes: Der Neugeborenendarm ist zum Zeitpunkt der Geburt steril. Die intestinale Erstbesiedlung erfolgt zufällig. Der typische Erstbesiedler ist meistens E. coli, aber das noch nicht voll funktionsfähige Immunsystem Neugeborener erleichtert die Ansiedlung unerwünschter Umgebungskeime. Das kann vermieden werden durch: Hygienemaßnahmen, durch kritischen, gezielten Antibiotikaeinsatz und durch postnatale Besiedlung mit E. coli (speziell: Stamm Nissle 1917). Die stammspezifischen Besonderheiten stimulieren zudem die Immunabwehr, bauen eine gesunde Darmflora auf, sind gut verträglich u.v.m.
  • Milchsäurebakterien (Laktobazillen)
    • zeichnen sich dadurch aus, dass sie Zucker zu Milchsäure abbauen (Milchsäuregärung).
    • Sie sind wichtiger Vertreter der Darmflora, sowie der Vaginalflora.
    • Einige Arten sind Krankheitserreger (z.B. Streptococcus pneumoniae: Lungenentzündung, Streptococcus mutans: Karies)
    • Verschiedene Arten und Stämme dienen der Konservierung von Lebensmitteln (z.B. bei Joghurt, Kefir, Käse, Sauerkraut, Sauerteig etc.) und der Hautpflege sowie Kariesprophylaxe. Zudem werden sie häufig als Probiotikum eingesetzt.
  • Enterokokken
    • Von den ca. 25 bekannten Arten sind vor allem zwei wichtig für das Verdauungssystem (E. faecium und E. faecalis, sind Anaerobier).
    • Es gibt aber auch Arten, die Infektionen auslösen können.
    • In Lebensmitteln helfen sie bei Fermentations- und Reifungsprozessen und tragen zum Geschmack bei.
  • Saccharomyces (Zuckerhefen)
    • bilden eine Gattung in der Abteilung der Schlauchpilze
    • Saccharomyces boulardii - Wird bei der Behandlung/Vorbeugung von Durchfall verwendet.
    • Verschiedenen Stämme von Saccharomyces cerevisiae kennen wir im Alltag als Backhefe bzw. Bierhefe
  • Streptokokken
    • sind Bakterien, die zur normalen Bakterienflora in Darm, Mund- und Rachenraum sowie in der Vagina des Menschen zählen. Manche Arten können aber auch oftmals eitrige Infektionen auslösen.
    • Sie werden z.B. nach ihrer Fähigkeit bzw. Unfähigkeit rote Blutkörperchen aufzulösen (Hämolyse) eingeteilt.
  • Noch erwähnenswert: Effektive Mikroorganismen (EM)
    • Eine herstellerabhängige Mischung von Mikroorganismen (Bakterien und Pilze), die sich gegenseitig eine Lebensgrundlage bieten. Die Mikroben-Urlösung EM1 fördert Keimung, Wurzelbildung, Blüte, Fruchtansatz und Reifung von Pflanzen und findet somit Anwendung im ökologischen Landbau. Es verbessert den physikalischen, chemischen und biologischen Zustand des Bodens und beschleunigt die Kompostierung. Zudem finden EM Anwendung im probiotischen Bereich.

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Synbiotika

Lebensmittel, die sowohl Prebiotika als auch Probiotika enthalten werden auch als synbiotisch bezeichnet.

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